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PR Agentur als Bündnisprojekt

July 20th, 2008 · No Comments · 353 views

Arbeitspapier
PR-Büro

Fremde in den Medien

Fernsehnachrichten wollen uns weismachen, die Wirklichkeit zu zeigen wie sie ist. Aber in der Wirklichkeit wird keine Perspektive bevorzugt, wie man es macht bei Reportagen. Die Perspektive wählt man aus einem Deutungsmuster der Geschehnisse heraus. Die Nachrichtenmeldungen gehorchen ähnlichen Mustern wie fiktionale Texte. Es gibt eine Perspektive, Rollen und Akteure.

Als Vermittler zwischen der Wirklichkeit und dem Publikum sind Ereignisse in eine berichtbare Form zu bringen. Dabei werden “Standartgeschichten” entwickelt, bei denen es Konstanten festzustellen gibt: wiederkehrende Aspekte, Perspektiven, Akteursrollen und Kontexte. Diese Konstanten führen ein Eigenleben unabhängig vom Ereignis.

Die «Tagesschau» informierte im März 1974 über eine Demonstration gegen die Einführung der Visumspflicht für chilenische Flüchtlinge - mit im Bild gezeigten Spruchbändern, welche die Schweizer Regierung als Komplizen der chilenischen Militärjunta bezeichnete. Fünf Tage später behandelte die «Tagesschau» eine Bundesratsrede zur Asylpolitik in einer kurzen Meldung.

Andere Beispiele ist die Metapher “Das Boot ist voll” und die “Asylantenflut”, die als Kontext für die Berichterstattung in der BRD über Einwanderer.

Ein Beispiel: Es sind zu viele !

“Der gegenwärtige Zustrom ist nur der Anfang einer Flut der zwischen 11 und 20 Millionen Flüchtlinge in der Welt. Bisher hat man noch Glück gehabt, dass nur Hunderttausende und nicht Millionen in die Bundesrepublik gekommen sind. Dem Artikel 16 des Grundgesetzes zufolge hat jeder einzelne der 5 Milliarden Menschen auf der Welt ein verbrieftes Recht zumindest auf vorübergehenden Aufenthalt in der Bundesrepublik. Und jeder kann, wenn er einmal hier ist, durch geschicktes Verhalten seinen Aufenthalt auf Jahre oder vielleicht sogar auf Dauer verlängern.” (Süddeutsche Zeitung, 7.8.)

Ein Beispiel: Die Gefühle der Bevölkerung

“Eine Zeitbombe… Wer das nicht sieht, geht über die Gefühle der Bevölkerung hinweg.” (Lambsdorff, Frankfurter Rundschau, 6.8.)

Grundrechte sind Ramschware

“Angesichts dieser lapidaren Kürze der verfassungsrechtlichen Asylverbürgung ist die zentrale Frage des Asylrechts nach dem Inhalt des Begriffs der Verfolgung nicht einfach zu beantworten.” (FAZ, 26.7.)

“Werden im Ermittlungsverfahren Folterpraktiken angewendet, weil man etwa infolge unterentwickelter Kriminaltechnik in besonderem Maß auf Geständnisse angewiesen ist, oder beruhen die Misshandlungen auf der Erregung über besonders verabscheuungswürdige Delikte oder geschehen sie nur aus persönlicher Rachsucht oder Sadismus, so tragen derartige Übergriffe nicht aus sich heraus politischen Charakter.” (FAZ, 26.7. Folter in der Türkei)

“Richtig ist zwar, dass sich der Einsatz und die Maßnahmen der Sicherheitskräfte im Norden des Landes gerade gegen die Angehörigen der tamilischen Bevölkerung richten… Bei zutreffender rechtlicher Betrachtung ergibt sich vielmehr, dass sich der Einsatz der srilankischen Sicherheitskräfte gegen den tamilischen Bürgerkriegsgegner und seine separatistischen Bestrebungen richtet, nicht aber gegen die Tamilen aus rassischen Gründen. Die staatlichen Maßnahmen… gelten ihnen deshalb, weil sie selbst oder ihre militanten Kampforganisationen in ihrem Namen die Staatsgewalt1t aktiv bekämpfen und… die staatliche Einheit mit gewaltsamen Aktionen in Frage stellen.” (Tamilen)

“Artikel 16 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes schützt nicht vor staatlichen Exzessen jeder Art und auch nicht schlechthin vor jeder Missachtung der Menschenwürde… Der Schutzbereich des Grundgesetzes erstreckt sich nun einmal nicht auf die, die nach der Begehung von Straftaten im Herkunftsstaat fliehen oder ihre Heimat verlassen, weil sie mit den allgemeinen politischen Verhältnissen nicht einverstanden sind oder der Armut dort entgehen wollen, oder auf die große Zahl der Flüchtlinge aus Bürgerkriegs- und anderen Krisengebieten, die nicht selbst politisch verfolgt sind, wenngleich sie nicht minder unter den damit einhergehenden Pressionen Not leiden…”

Die Medienwelt wieder auf die Füße stellen

Wozu soll man sich Gedanken machen um ein PR-Büro ? Es zeichnet sich ein Trend ab: versteckte PR-Beiträge tauchen als redaktionelle Beiträge getarnt in den Zeitungen auf. Der Trend lebt davon, dass in den Redaktionen Personal eingespart wird, und deswegen die eigene Recherche immer aufwendiger wird. Der Trend ist nicht überall gleich stark, Regionalzeitungen und überregionale Blätter und die Ressorts sind unterschiedlich anfällig für die “Kolonisation” der PR-Agenturen. So erwiesen sich die Ressorts Wirtschaft, Auto und Reisen als anfällig bei den Untersuchungen in Leipziger Regionalzeitungen zwischen 2000 und 2004 (Michael Haller). 1984 machte eine Fallstudie von Barbara Baerns darauf aufmerksam, wie viel die Berichterstattung von der PR-Arbeit der Politik zurückzuführen ist:

Die Berichtserstattung zur Landespolitik Nordrhein-Westfalen war durch die PR-Arbeit des Landes NRW angestoßen. Es ergaben sich diese Anteile:

60% PR-Politik der Pressestellen
61% Hörfunk
63% Fernsehen
64% Presse

Die unabhängige Berichterstattung durch eigene Recherche ist das unverzichtbare Faustpfand für das Vertrauen in die vierte Gewalt. Inzwischen aber wird sie sogar in der journalistischen Ausbildung angegriffen durch integrierte Studiengänge in den Fachhochschulen, wo der angehende Journalist lernt auch ein guter PR-Mann zu sein.

Die wirtschaftlichen Faktoren haben viele freie Journalisten dazu gebracht neben ihrer Arbeit für eine Zeitung auch PR-Aufträge anzunehmen. Diese freien Journalisten machen nicht immer bekannt, dass sie eigentlich zwei “Herren” dienen: der Wahrheit und der Image-Politik einer Organisation.

Die schlagkräftigste PR-Arbeit kommt von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Gegründet von Gesamtmetall hat dieser deutsche “Think Tank” die Aufgabe, wirtschaftsliberale Themen und Wahrnehmungen in die Köpfe der deutschen Bevölkerung hinein zu tragen. Dafür ist sie mit etwa 10 Mio. EUR Jahresbudget ausgestattet.

Vorbild: die Agentur Scholz & Friends

Die Agentur hatte mit ihrer Präsentation den Wettbewerb gewonnen und den Auftrag von Gesamtmetall erhalten.

Die Agentur wurde 1981 in Hamburg gegründet und arbeitet in 19 Ländern mit etwa 800 Mitarbeitern, allein in ihrem Berliner Büro beschäftigt sie 220 Menschen. Sie betreut 150 Kunden: die prominentesten unter ihnen sind Daimler Chrysler, Coca Cola, Berliner Zeitung, FAZ, Jil Sander, das Land Baden-Württemberg, Tschibo, der Freistaat Sachsen u.a.

Die Anzeigenkampagne “Deutsche gegen rechte Gewalt” und die Image Kampagne für den ökonomischen Kirchentag 2002 und auch eine für die Ärzte ohne Grenzen sind bekannte Kampagnen der Agentur Scholz & Friends.

Der Jahresumsatz liegt bei 64,6 Mio EUR (2003). Scholz & Friends war die erste Werbeagentur in der Bundesrepublik an der Börse. Die Zeit als Börsenunternehmen endete durch einen Management-by-out. Zwanzig leitende Mitarbeiter und ein Finanzinvestor ließen die Agentur Scholz & Friends wieder von der Börse verschwinden; sie erwarben 97,07 % der Aktienanteile. Die restlichen Aktionäre sollen heraus gedrängt werden.

Die Tochter der Agentur Scholz & Friends, die Aperto AG, betreut den Internetauftritt der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Es sind etwa 40 Personen am Projekt INSM beteiligt.

Diese Bemerkungen sollten reichen, um zu zeigen wie hart um die Aufmerksamkeit gekämpft wird, um seine Interessen in einem vorteilhaften Licht darzustellen. Die Jahresumsätze in der Beraterbranche liegen im Bereich mehrerer 100 000 EUR - es geht also um etwas.

Einwanderer sind die “Sündenböcke” nicht nur für die Rechtspopulisten, Rechtsextremer, sondern sie sind auch die “Blitzableiter” für die demokratischen Parteien für deren Fehler. Die Thematisierung der Einwanderung in der gesellschaftlichen Mitte ist die Brücke zu dem rassistischen Reden und Denken “echter” Rechter.

Wir sind keine “Ausländerfreunde” sondern wollen ein Mittel entwickeln, um der ungleichen Waffenverteilung begegnen zu können.

PR-Büro als Bündnisprojekt

These 1: Bündnispartner sorgfältig auswählen können ist wichtig

Ein Partner mit einem verwandten Anliegen bringt nicht so viel Glaubwürdigkeit wie ein früherer Gegner, der zum Partner umgedreht wird.

These 2: Die Strategieplanung sollte gemeinsam für alternative Zukunftsszenarien entwickelt werden
Gemeinsame Positionen sind im Vorfeld zu erarbeiten und zu klären. Die Strategie ist im Konsens für unterschiedliche Zukunftszenarien - auch Krisenszenarien zu entwickeln. Erfolgsindikatoren werden gebraucht, um Erfolge für die Bündnispartner sichtbar zu machen. Die Aufgaben sind so auf die Bündnispartner zu verteilen entsprechend den organisatorischen Fertigkeiten.

These 3: Es wird eine Integrationsfigur als Führungsperson gebraucht

Langfristige Bündnisse sollten eine eigene Geschäftstelle erhalten. Möglicherweise regt sich Widerstand, falls der Initiator die Führungsmannschaft stellt. Eine Lösung könnten Externe sein, z.B. eine Agentur.

These 4: Der Außenauftritt ist im Detail zu planen

Das Bündnis und die gemeinsamen Ziele sind durchsichtig und plausibel in der Öffentlichkeit darzustellen.

These 5: Partner und Anspruchsgruppen sind einzubeziehen

Ein größeres Netzwerk ist schnell entstanden, falls die Partner der Mitgliedsorganisationen dem Bündnis angeschlossen werden. Auch Anspruchsgruppen innerhalb des Bündnisses und innerhalb der einzelnen Mitgliedsorganisationen sollte angemessen einbezogen werden.

These 6: Türen sind leichter zu öffnen, wenn mehrere Stimmen verwandte Deutungsmuster nutzen.

Die Einflußkanäle der Bündnispartner sollte nur für gemeinsame Interessen genutzt werden. Dazu gehören Ansprechpartner und andere Zugänge.

These 7: die freiwerdenden Synergien sollten einer Potentialanalyse unterzogen werden

Jede Mitgliedsorganisation hat Stärken und Schwächen in das Bündnis eingebracht. Die Stärken sollten gebündelt werden, während die Mitgliederorganisationen füreinander in die Breschen springen sollte bei den Schwächen. Die Potetialanalyse zeigt die Aufgabenfelder, die einzelne Mitgliedsorganisationen bearbeiten sollten, weil sie ihren Fähigkeiten am besten entspricht.

These 8: Interessensgegensätze sollten ausgeklammert werden
Das Bündnis tritt als ein Mann auf, wenn die gemeinsamen Positionen tragfähig sind. Keine Organisation sind die Schnittmengen so abgehoben, so dass sie darin nicht mehr ihr eigenes Organisationsinteresse verwirklicht findet. Die Unterschiede in Organisationskultur, politischer Weltanschauung und andere Differenzen sollen in der Binnenkommunikation des Bündnisses besprochen werden - aber nach außen dringt kein Laut.

These 9:

Die Mühe sollte verwendet werden um kontinuierlich glaubwürdig und verlässlich zu erscheinen. Denn man will sich als kompetenter Partner empfehlen. Ein unglaubwürdiges Bündnis ist sofort zu beenden.

These 10:

Andere PR-Agenturen und Werbeagenturen können interessante Kontakte erschließen an die man sonst nie herangekommen wäre.

PR-Büro als Teil einer NGO

Zwei der erfolgreichsten Nichtregierungsorganisationen der Gegenwart sind Greenpeace und Amnesty International. Greenpeace steht in der Auswahl der Vorbilder, weil es seine Kampagnen wie eine militärische Kampagne plant. Man weiß, dass Gründer von Greenpeace militärische Autoren rezipiert haben. Das Besondere an Greenpeace ist, dass man fast seine gesamte Berufsausbildung bei Greenpeace machen kann. Die Fähigkeit Nachrichtenwert bei ihren Kampagnen zu erzeugen ist sehr wertvoll bei Themen, die schwer vermittelbar sind. Für Umweltverbände war es immer ein Problem, ein so abstraktes Thema wie Umweltschutz auf die Agenda der Politik und der Bevölkerung zu setzen. Ein PR-Büro hätte als Teil einer Greenpeace-verwandten NGO die Aufgabe, die PR-Kampagnen für die medienwirksame Aktion zu planen und durchzuführen.
Das zweite Vorbild ist Amnesty International. Viele von uns kennen die Prominenz von Menschenrechtsdiskurse. Die Menschenrechtsdiskurse bilden die Bühne für gerechte Kriege, für die Frauenbewegung und die Bewegung der Indigenen. Das eindrucksvollste Beispiel im Olympia-Jahr sind die Geschehnisse in Lhasa, Tibet der Volksrepublik China. Das Interessante an den Menschenrechtsdiskursen ist ihre Universalität und ihre scheinbare politische Neutralität, so dass sie tendenziell den ganzen Globus ausfüllen kann. Die Versuche eine globale Zivilgesellschaft herzustellen im Zeitalter des Internets ist am besten am Barometer der Diskurse um Menschenrechte, Globalisierung, Frauenrechte und Umweltschutz zu sehen.
Das Hauptproblem der Migrantenpolitik durch sie selber ist, dass sie so unterschiedlich sind, und deswegen auch verschiedene Tagesinteressen haben. Dennoch leben sie im Westen in einer besonderen psycho-sozialen Umgebung. Der Westen spricht von sich als die Weltgemeinschaft. Wenn er von Menschen redet, meint er Weiße, wenn von Rechten der Frauen gesprochen wird, sind weiße Mittelschichtsfrauen vorzustellen. Das Besondere an der weißen Hegemonie ist ihre Unsichtbarkeit, dass durch den Sprachgebrauch unterstützt wird. Die Auseinandersetzung um die Menschenrechte aller Migranten ist eine Vorstufe, an die sich leicht der Diskurs um die Frauenrechte angedockt werden kann. Notwendig dazu ist die Sichtbarmachung der Migranten als Menschen so wie die Weißen, ganz gleich zu welcher Kategorie sie gehören, ob Flüchtling oder Aussiedler. Der Menschenrechtsdiskurs ist eine Vorstufe um die Bürgerrechte für alle Migranten zu erreichen. Das Gemeinsame an den Migranten ist aber, dass sie nicht die vollen Bürgerrechte haben. Wenn sie eingebürgerte Deutsche sind, sind sie nicht in der Wahrnehmung Deutsche, sondern Afro-Deutsche, Deutsch-Türken oder Andere Deutsche. Das Problem an den Bindestrich-Identitäten ist, dass sie eine Gemeinschaftskategorie für einen Sonderweg aufmachen. Gewiß sprechen sie einen Ortssinn an, den Migranten an mehr als einen Nationalstaat vererdet. Und die Bindestrich-Identität zeigt auch an, dass sie soziokulturell in einem dominant deutschen Milieu aufgewachsen sind. Für mich erscheint es aber mehr wie ein Verteidigungsdiskurs, den man gegen den gehäßigen Vorwurf führt, dass man an Deutschland keine loyale Herzensbindung verspüre. Eigentlich sei man nur an den ökonomischen Vorteilen interessiert. Der Grund für meinen Ekel, einer solchen Diskursstrategie zu folgen, liegt an dem historischen Beispiel der deutschen Juden. Es gab innerhalb der Gemeinschaft deutschen Juden mehrere Staatsminister. Die Emanzipation der deutschen Juden öffnete ihnen auch die militärische Laufbahn. Die Bilderwelt der damaligen Zeit stellt die jüdischen Männer als lüsternde schwarzhaarige Jungens dar, die unschuldigen, blonden, deutschen Mädchen nachstellen. Sie haben breite Hüften wie Frauen. Und obwohl sie immer lüsternd den deutschen Mädels hintergucken sind sie nicht Manns genug, Frauen zu befriedigen. Die Eintritte in die deutsche Politik und das deutsche Militär kann also als ein Versuch interpretiert werden, sich in die patriarchalisch, hierarchische Männerbünde der damaligen Zeit zu integrieren. Die emotionale Belohnung hat aber nicht den Nationalsozialismus und den Holocaust verhindern können. Die jüdische Assimilation ist eine Geschichte des Scheiterns. Meiner Meinung nach lag es daran, dass nicht ganz entschieden für die Freiheit aller gestritten wurde, sondern nur um eigene Anerkennung und die Narkotisierung seiner Minderwertigkeitskomplexe. Innerhalb einer hierarchischen und rassistischen Gesellschaft führt eine solche Strategie zu der Assimilation von Ehrendeutschen nach undurchschaubaren Kriterien, sei es weil sie in der Fußball-Nationalmannschaft spielen, weil sie ein Pop-Star sind, weil sie eine Viva-Sendung moderieren, weil sie eine attraktive Frau sind, weil sie sehr hellhäutig sind, oder weil sie tolle Computerwissenschaftler sind. Eine liberale Haltung ist ein Opiat für die Einwanderer in der Mittelschicht, um in ihrem bequemen Sofas sitzen zu bleiben, während sich die Lage verschlechtert für die Leute, die jetzt in derselben Situation stecken wie sie vor 10 bis 30 Jahren. Die Nebelkerze der Integration deckt die Sicht auf den Extremismus der Mitte zu, die die einzige wirkliche politische Gefahr von rechts für die Einwanderer sind. Sicherlich sind die Projektionen des Bösen auf die schwachen rechten Parteien und die zersplitterten Kameradschaften und Rechtsrockmusiker und die Aktionen zur Hebung der Verhältnisse nichts weiter als Potemkische Dörfer.

Planungshilfen

Konkrete Ausarbeitung: PR-Büro

Projektarbeit

- Krisenkommunikation mit der alteingesessenen Bevölkerung
- komplexe Migrations-Zusammenhänge verständlich machen
- Kontaktpflege zu Politik, Verwaltung und Wirtschaft

Mitarbeiter

Am Anfang ist es besser ohne eine große Stammbelegschaft zu arbeiten, denn es gibt sehr viele freie Grafiker und Texter als Mitarbeiter bei größeren Projekten. Auch die lieben Kollegen von anderen PR-Büros oder freie Journalisten springen ein. Die Aufgabe ist es am Anfang einen Stamm von solchen Mitarbeitern aufzubauen.
Kontakte

Freundschaftliche Beziehungen zu Journalisten lassen sich nur bis zu einer Obergrenze aufrechterhalten. Das PR-Büro wählt deshalb aus nach Sympathie und dem Stellenwert der Kontakte für die eigenen Themen. Sehr wichtig ist der Kontakt zu Presseagenturen, da sie ein Multiplikator für die Arbeit sind.

Nachrichten schaffen

Der Nachrichtenwert der eigenen Meldung, damit die Meldung “drin” landet, hängt ab von der Aktualität und einem bedeutsamen Inhalt für die Rezipienten des Mediums. Die Pressemitteilungen brauchen dafür eine leichtverwertbare Form: eine gut abgestimmte Länge, druckfertige Fotos mit guten Untertexten usw. Die Pressemitteilungen sollten an eine Nachrichtenagentur geschickt werden.

Der redaktionelle Raum für Anzeigen und die vorhersehbaren konkurrierenden Themensetzungen, die allgemeine Weltlage und besondere Ereignisse politischer und anderer Art behindern die Bevölkerung der Medienlandschaft mit den eigenen Meldungen.

Kalkulationshilfen

Durchschnittsumsatz 465 000 Euro (2006, netto)

im Durchschnittsumsatz sind auch die Millionenumsätze enthalten. Der Großteil 80 Prozent der Unternehmen- und Public Relation-Berater bleiben unter einer Umsatzgrenze von 250.000 Euro im Jahr.

Wenn man zum Vergleich andere Durchschnittsumsätze heranzieht, erkennt man die Maßstäbe

pro tätige Person in kleinen Unternehmen rd. 95 000 EUR
pro tätige Person im Unternehmen rd. 55 000 EUR
Aufgabenfeld

Das Aufgabenfeld reicht von der Vorbereitung von Pressekonferenzen über den Aufbau eines Presseverteilers bis zur Versendung von Pressemitteilungen. Für Mitgliedsorganisationen arbeitet es als exklusives PR-Büro im Krisenfall. Kontakte zu den wichtigsten Zeitungen, Fernsehsendern, Internetportalen und Radiosendern der migrantischen Medien und der deutschen Medien sind aufzubauen. Mitgliederpublikationen unserer Mitgliedsorganisationen sind mit mediengerecht aufbereiteten Pressemitteilungen zu versorgen. Gleichzeitig berät das PR-Büro, welche Ereignisse und Meldungen voraussichtlich Nachrichtenwert haben und bringt unsere Sicht der Dinge trotz dem Wettbewerb in der Nachrichtenflut in den Redaktionen unter. Unser Erfolg ist dann, wenn auf breiter Front konfliktreiche Themen ausreichend mit Unterthemen und unterschiedlichen Textsorten in der Medienlandschaft gegenwärtig sind. Die PR-Arbeit soll dadurch einen verwandten Deutungsrahmen wie die unserer Organisation in die Medienlandschaft hineintragen.

Strategisches Aufgabenbeschreibung

1. Aufbau eines Multiplikatorenkreises

Lehrer
Journalisten
Musiker
Filmemacher
Kommunalpolitiker
Unternehmer
Wissenschaftler
Medienleute
Stiftungen
Migrantenselbstorganisationen
Anti-Rassismus Initiativen
Flüchtlingsinitiativen
Entwicklungshelfer
Menschenrechtsaktivisten
Frauenrechtler
Kinderrechtler

Das PR-Büro soll unterschiedliche Medienformate zeitlich orchestrieren und alle 6 Wochen einen neuen Themenschwerpunkt setzen.

Medienlandschaft

Gegenwärtig gibt es noch keine vernünftige Mediendatenbanken für migrantische Medien. Da ist das PR-Büro zunächst auf seine Fähigkeit zur Beziehungspflege angewiesen.
Langfristig braucht es eine aktuelle eine Mediendatenbank, um Auflagen und Kontaktzahlen der Ethnomedien einschätzen zu können.

< 250 000 EUR Jahresumsatz
pro tätige Person in Unternehmen rd. 155 000 EUR
> 250 000 EUR Jahresumsatz

Kostenstruktur

Die Dienstleistungserhebung des Statistischen Bundesamtes gibt für Unternehmensberater folgende Verteilung der Kosten (2004, in % vom Nettoumsatz)

Betriebe bis 250 000 EUR Betriebe über 250 000 EUR Jahresumsatz

Personalaufwand 16,6 % 37,1%
Wareneinsatz 15,6%
Mieten, Leasing 5,4% 3,7%
Sonst. Sachaufwand 25,8% 24,1%

Das rechnerische Ergebnis vor Steuern liegt bei umsatzschwachen Unternehmen bei 53,2 % und in umsatzstärkeren Unternehmen bei 19,5% vom Jahresumsatz (netto).

Für die PR-Berater sieht die Kostenverteilung so aus:

Personalaufwand 26,9%
Sachaufwand 39,1%
Mieten, Leasing 3,9%
Sonst. Kosten 3,6%

Das Ergebnis vor Steuern liegt danach im Branchendurchschnitt bei 26,5% vom Nettoumsatz. Heimarbeiter ziehen vom Honorarumsatz einen Anteil von 25 bis 30 Prozent ab.

Investitionsrahmen/Finanzierung

Kapitalbedarf ca. 5 000 bis 8 000 EUR für Investitionen

Ein PR-Büro braucht Rücklagen für die Miete und die Nebenkosten. Die beste Lösung am Anfang ist es in einer Bürogemeinschaft mit einer Werbe-Agentur oder einer verwandten Branche zusammenzuarbeiten. Dann kann man die Bürokosten bei der Anschaffung von teueren Gerätschaften und auch die Sekretärin teilen.

Ein PR-Büro braucht für moderne EDV etwa 4000 bis 8000 EUR um einen funktionellen Arbeitsplatz mit Rechner, Bildschirm, Drucker und ausreichender Speicherkapazität zu schaffen.

Fazit:

Ein Anfang läßt sich machen mit einer Investition von 4000 - 8000 Euro. Eine PR-Agentur mit einem Umsatz von 250 000 Euro im Jahr ist in der Liga von 80% der Branche.

Quellen:

PD Dr. Rudolph Speth, Hans Böckler Stitung
“Die politischen Strategien der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.”

Thomas Schneider
“Getrennte Welten, Journalismus und PR in Deutschland”

Andreas von Münchow, Faktor 3, Hamburg
“Effektivere Lobbyarbeit für Verbände und Unternehmen durch Koalitionen”

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Tags: Struktur Debatte

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